Behandlung und Hausmittel

Ein eingewachsener Zehennagel (Unguis Incarnatus) ist nicht nur sehr unangenehm, er kann auch zu Schmerzen, Entzündungen und möglichen Verwachsungen führen, und muss im schlimmsten Fall operativ behandelt werden. Am besten ist deshalb eine gute Vorsorge, damit es gar nicht erst so weit kommt.

Einen entzündeten Fußnagel richtig behandeln

Entscheidend sind hier die richtige Nagelpflege, gegebenenfalls von einer Medizinischen Fußpflege und ein optimal passendes Schuhwerk. Ist es aber doch passiert, dass ein Nagel eingewachsen ist, gibt es einige Möglichkeiten, ihn zu behandeln.

Entzündeter Zehennagel seitlich eingewachsen

Sofern trotz der folgenden Behandlungsmethoden keine Erfolge und dauerhafte Verbesserungen erzielt werden, gibt es immer noch die Möglichkeit einer OP / Nagelbettverkürzung.

Hausmittel für eingewachsene Nägel

Fusspflege Behandlung
Einige Hausmittel können bei einem eingewachsenen Fußnagel hilfreich sein, allerdings nur, wenn er sich noch in einem relativ frühen Stadium befindet. Ist das Problem schon weiter fortgeschritten, ist eine ärztliche Behandlung nicht zu vermeiden. Mit den folgenden Hausmitteln lässt sich ein eingewachsener Nagel behandeln:

Da Füße leider zu den vernachlässigten Körperteilen gehören, sollte man ihnen regelmäßig Gutes zukommen lassen, denn immerhin tragen sie uns durch unser gesamtes Leben

Richtige Fußflege

Eine richtige Fußpflege dient nicht nur der Vorbeugung, sie ist bei einem eingewachsenen Nagel auch unerlässlich. Dazu gehören das möglichst tägliche Reinigen mit klarem Wasser, so dass Schmutzpartikel, abgestorbene Hautschuppen und Schweiß entfernt werden und, wenn es das Stadium der Entzündung möglich macht, das regelmäßige vorsichtige Kürzen der Nägel. Auch mit einer feucht-warmen Kompresse lässt sich ein Zeh samt Nagel sanft reinigen.

Im Anschluss sollten die Füße und vor allem die Zehenzwischenräume unbedingt gut abgetrocknet werden.

Nach der Reinigung kann zusätzlich eine beruhigende Wundsalbe auf die betroffenen Stellen gegeben werden, zum Beispiel mit Hamamelis.

Gepflegte Füße Hausmittel Behandlung

Kräuter und Ätherische Öle

Manche Kräuter und Öle besitzen eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung, weshalb sie bei einem eingewachsenen Zehennagel helfen können. Geeignet sind zum Beispiel Ringelblume, Kamille, Lavendel, Beinwell, Sanddorn und Teebaumöl. Das Teebaumöl kann mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle gepinselt werden, doch besser kann es seine Wirkung entfalten, wenn man ein paar Tropfen in ein Fußbad gibt. Dasselbe gilt für die Kräuter, die man in getrockneter Form ins Wasser geben kann.

Fußbäder

Fußbäder, besonders mit den entsprechenden Zusätzen, sind bei der Nagelentzündung nicht nur wohltuend und entzündungshemmend, sie weichen außerdem die Nagelplatte und das umliegende Gewebe etwas auf, so dass man anschließend die eingewachsene Stelle des Nagels vorsichtig anheben und in die richtige Form schneiden kann. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, nicht zu viel von der Nagelplatte wegzuschneiden und sie nur gerade statt rundlich zu beschneiden. Wie bereits erwähnt, eignet sich besonders entzündungshemmendes Teebaumöl für ein linderndes Fußbad.

Anleitung für ein antiseptisches Fußbad

Um die Symptome eines eingewachsenen Fußnagels ein wenig zu lindern, bietet sich ein Fußbad an. Nicht nur werden die Schmerzen gemildert, auch wird der Nagel durch das Wasserbad weich und kann dann besser bearbeitet werden, bspw. indem man Watte unter den Nagel schiebt oder den Nagel schneidet.

Als Zutaten für das Wasser eignet sich besonders gut Bittersalz oder Epsom-Salz, da es antibakterielle Eigenschaften besitzt. Anstelle des Salzes gehen auch einige Tropfen Teebaumöl oder Lavendelöl. Entzündungshemmend wirkt sich zusätzlich auch ein Schuss Essigessenz, Jodlösung oder Branntweinessig aus.

  • Große Schüssel mit genügend Platz für den Fuß mit heißem Wasser befüllen. Je wärmer das Salzbad, desto besser für wirkt es.
  • Salz und ggfls. weitere Zusätze ins Wasser geben und gut auflösen.
  • Fuß im Wasserbad ca. 15 Minuten einweichen lassen, dabei bewegen, um die Blutzirkulation anzuregen.
  • Betroffenen Zeh vorsichtig für wenige Minuten massieren, evtl. Blut und Eiter leicht ausstreichen. Dadurch wird der Druck reduziert.
  • Fuß gründlich mit einem sauberen Handtuch abtrocknen, da er in feuchtem Zustand besonders anfällig ist für Pilze und Bakterien.
  • Fuß nach dem Bad hoch lagern, damit das Blut aus dem Zehen abfließen kann.
  • Bei stark geschwollenen Zehen empfiehlt sich eine Kältebehandlung im Anschluss. Eis in ein dünnes Tuch wickeln und Zeh einige Minuten kühlen bis er taub wird. Das lindert den Schmerz.
  • Abschließend eine antiseptische Salbe oder kolloidales Silber (aus der Apotheke) auftragen und den Zeh verbinden

Ein Fußbad kann bedenkenlos mehrfach täglich angewendet werden und sollte über mehrere Tage regelmäßig wiederholt werden.

Fußbad / einweichen mit Kernseife

Neben Salzen, Kräutern und Ölen als Zusatz, kann auch ein Fußbad mit Kernseife hilfreich sein. Sie wird in einem speziellen Verfahren hergestellt, ohne Zusätze von Duftstoffen, Parabenen und Mineralölen, was die Seife recht alkalisch und ph-neutral macht. Bei der Anwendung entsteht so eine Umgebung, in der sich Bakterien nicht mehr wohlfühlen und auch nicht weiter ausbreiten.

Für ein entsprechendes Fußbad wird ein kleiner Teil der Kernseife abgeschnitten oder ein paar Stückchen abgehobelt und in einer Schüssel mit heißem Wasser aufgelöst. Sobald die Temperatur etwas gesunken ist, können die Füße darin gebadet werden. Damit die Behandlung erfolgreich ist, sollten die Fußbäder über mehrere Tage täglich angewendet werden.

Watte

Watte bei eingewachsenem Nagel
Sollte noch keine oder nur eine schwache Entzündung vorliegen, kann man sich mit einem Stückchen Watte schon große Erleichterung verschaffen. Hierbei dient die Watte als Druckentlastung.

Nachdem man die Füße gut gereinigt und getrocknet hat, wird etwas Watte zu einer kleinen Rolle geformt und vorsichtig zwischen betroffenen Nagel und die daneben liegende Haut platziert.

Gut gelingt dies mit einer Pinzette, die jedoch vorab desinfiziert werden sollte. Anschließend kann man zusätzlich etwas Wundsalbe auftragen und den Zeh gut verbinden. Diese Prozedur über mehrere Tage hinweg, kann dazu beitragen, dass der Nagel sein Wachstum etwas korrigiert und wieder normal wächst. Diese Methode ist deshalb gut geeignet, wenn man aus Versehen zu viel von der Nagelecke weggeschnitten hat oder ihn zu stark gekürzt hat. Auch Podologen wenden diese Technik an.

Selbstbehandlung: Eingewachsenen Nagel selbst schneiden?

Manche Hausmittel und diverse Tricks mögen etwas zur Linderung bei einem eingewachsenen Zehennagel beitragen, jedoch birgt eine Selbstbehandlung auch einige Gefahren. Deshalb sollte man möglichst davon absehen, einen eingewachsenen Nagel selbst zu behandeln, da eine falsche oder zu gut gemeinte Vorgehensweise schnell andere Probleme und Beschwerden nach sich ziehen kann. Man selbst kann durch eine regelmäßige und vor allem richtige Pediküre schon viel erreichen und so auch einem Einwachsen vorbeugen.

Behandlung eines eingewachsenen Zehennagels - selbst schneiden

Werden die Schmerzen groß, bildet sich eine Entzündung, möglicherweise sogar Eiter oder Wildes Fleisch, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und nicht selbst an dem Nagel oder der Haut zu schneiden. Schnell kann sich eine Infektion ausbreiten oder sich die Entzündung wesentlich verschlimmern. Nicht nur ist der Nagel dann extrem schmerzempfindlich, es kann sich auch eine Blutvergiftung ausbreiten.

Ein Hautarzt ist hier der richtige Ansprechpartner, doch auch der Hausarzt oder die Medizinische Fußpflege kann helfen.

Zugsalbe und schwarze Salbe

Einige Salben können helfen, den Heilungsprozess zu beschleunigen. Vorab empfiehlt es sich, ein Fußbad zu machen, da die Salbe dann besser eindringen kann. Neben einer normalen Wund- oder desinfizierenden Jodsalbe kann auch eine Zugsalbe benutzt werden, und zwar dann, wenn sich Eiter gebildet hat. Die Zugsalbe beschleunigt sozusagen die Entzündung und bringt so den Eiterherd schneller an die Hautoberfläche. Auf keinen Fall sollte man dann an der Eiterblase herumdrücken, das kann den Eiter tiefer ins Gewebe pressen, sondern höchstens etwas anpieksen, damit der Eiter von allein abfließen kann.

Da die meisten dieser Zugsalben eine stark grünliche oder schwarze Färbung haben, ist es besser, nach dem Auftrag einen losen Verband oder eine Kompresse mit Pflaster anzulegen, damit die Salbe nicht abfärbt. Sie sollte täglich angewendet werden, aber nicht länger als ein paar Tage; die Packungsbeilage gibt darüber genaue Informationen.

Sollte sich bis dahin keine Besserung gezeigt haben oder die Entzündung schon weit fortgeschritten sein, sollte lieber ein Arzt konsultiert werden!

Jodlösung und Kolloidales Silber

Die regelmäßige Anwendung von kolloidalem Silber, beispielsweise als Spray, kann helfen, den die Entzündung am Zeh zu lindern. Kollodiales Silber unterstützt die Wundheilung und hat darüber hinaus eine keimtötende Wirkung. Bakterien, Pilze, aber auch Viren werden dadurch bekämpft. Das Silber gibt es als Spray und als Salbe in Apotheken und Reformhäusern zu kaufen. Es kommt übrigens nicht nur beim Menschen zum Einsatz, sondern ist auch bei Verletzungen bei Haustieren beliebt.

Auch die allseits bekannte Jodlösung und Jodsalben eignen sich hervorragend, um eingewachsene Nägel und vor allem die Entzündung zu behandeln. Fußbäder im Vorfeld machen Sinn, da das aufgeweichte Gewebe im Anschluss besser mit Salben versorgt werden kann.

Den Zehennagel tapen (Striping Tape)

Gerade im Anfangsstadium kann das Tapen eines eingewachsenen Nagels schon viel Erleichterung bringen und ihn möglicherweise auch komplett heilen. Bei dieser Methode wird ein sogenanntes Striping- oder Nagelfalz-Tape seitlich am Nagelwall aufgeklebt, unter Zug zur Seite und nach unten gezogen, unter dem Zeh herum geklebt und an der anderen Zehenseite befestigt. Dies schafft Platz zwischen Nagel und Nagelwall und die Schmerzen lassen nach. Außerdem hat der Nagel nun genug Platz, wieder gerade heraus zu wachsen. Das Tape sollte alle paar Stunden gewechselt werden und der Fuß mit Wasser gereinigt.

Allerdings ist diese Art der Behandlung wirklich nur für sehr leichte Beschwerden einsetzbar und kann unterstützend wirken, doch bei stärker eingewachsenen und bereits entzündeten Nägeln ist sie keine Option.

Nagelfalz-Tape (Stripping Tape) bei eingewachsenem Zehennagel

Was tun gegen die Schmerzen

Wie beschrieben, gibt es einige Möglichkeiten, die Schmerzen relativ schnell und kurzfristig zu lindern. Am besten eignen sich dafür die Anwendung von Watte und das Tapen. Allerdings sind sie kein Ersatz für eine richtige Behandlung und Bekämpfung der Ursache. Es ist deshalb besser, sich mit einem eingewachsenen Nagel, der Schmerzen verursacht, an einen Arzt oder Fußpfleger zu wenden.

Zehennagel